06. Mai 2018 Arche Nova II: Ihr habt es weit gebracht!
Mainz ist die Rache, sprach der Herr, so einst Matthias Beltz. Ob er dabei den auf die Spitze getriebenen Ablasshandel des Erzbischofs Albrecht im Sinn hatte, auslösender Stachel für Luthers 95 Thesen,ob das ZDF, oder wen auch immer, es darf im Dunkel der Geschichte bleiben. Nur einen hat er mit Sicherheit nicht gemeint: Hanns Dieter Hüsch.

Hans Dieter Hüsch hat sich in über vierzig Mainzer Jahren ins Stammbuch der Geschichte des literarischen Kabaretts der alten Bundesrepublik eingeschrieben. Als einer der interessantesten, wichtigsten, nachhaltigsten Poeten der kritischen Phantasie, die mancher irreführend Kleinkunst nennt.

"Ihr habt es weit gebracht!"

Szenisch-musikalische Lesung zum Kabarettisten H.D. Hüsch
Vor dem Hintergrund vergangenen und aktuellen Zeitgeschehens blättern Hanns Dieter Hüsch (1925-2005) alias Holk Freytag und Jürgen Kessler als dessen Schüler und tatsächlicher Agent (von 1969-2002) in den Jahrzehnten ihrer Zusammenarbeit. Dann verlässt Hüsch die Bühne, die sein Leben war.
Im zweiten Teil wird geschildert, was seither geschah. Kessler bittet den Meister im Himmel, eine bittere Komödie zu schreiben. Rund um die „Frau des Igels“, die seit Hüschs Tod die Geschicke des Landes bestimmt: Ick bünn all hier. Doch plötzlich wird er von einer Agentin des Wahrheitsministeriums abgeführt. Als dann die Hymne der Verrückten erklingt, fällt Hüsch aus allen Wolken, resümiert, und liest denen, die schon länger da sind, die Leviten.

Presse:
"Dem kritischen Menschen und Poeten vom Niederrhein wurde ein bemerkenswertes literarisches Denkmal gesetzt." (Allgemeine Zeitung Mainz)

Ein kabarettistisches Bühnenstück in szenischer Lesung im Auftrag des Deutschen Kabarettarchivs.
Mit dem Ensemble: Holk Freytag, Irmgard Haub, Jürgen Kessler, Nicole Meisenzahl, Markus Schönberg (Piano)

Jürgen Kessler, der Autor von „Ihr habt es weit gebracht!“ lernte Hüsch 1968 kennen, Holk Freytag, der Regisseur bald danach, als er in Hüschs Heimatstadt Moers das Schlosstheater gründete und es als kleinstes Stadttheater Deutschlands in die Schlagzeilen des Feuilletons führte.


Kabarett-Theater Distel
Friedrichstraße 101
10117 Berlin