15. Dez 2018 Intergalactic Lovers
Zehn Jahre, drei Alben. Wo andere Bands fast jedes Jahr ein Album raushauen, lässt es die vierköpfige Formation aus Belgien vergleichsweise ruhig an – gut so. Denn ihre Songs sind zwar unmittelbar catchy – sind aber gleichzeitig ausgereifter, tiefgründiger Indie-Pop, der nachhaltig bleibt.

Die zwischen melodiös und messerscharf changierenden Gitarren erinnern an die raffinierte Melancholie von Bands wie Interpol, Editors oder sogar The Cure. Lara Chedraouis Gesang aber setzt den mitreißenden Songs die Krone auf.
Die unnachgiebige Sehnsucht einer Feist oder PJ Harvey und der unverfälschte Stil Karen Os von den Yeah Yea Yeahs oder Nina Perssons scheinen in ihrer beeindruckenden Stimme durch, ohne überbordende Exaltiertheit nimmt die Intergalactic Lovers-Frontfrau die Lieder mit, macht sie zu ihren, hat eine schamanenhafte, einnehmende und doch in sich gekehrte Bühnenpräsenz, sie ist sehr „into it“.
Und wer grandiose Songs wie „Between The Lines“, „River“ „Delay“ oder „Northern Rd.“ zu verfassen in der Lage ist, hat ohnehin alles richtig gemacht. „Alles, was ich schreibe“ so Lara, „passiert so in meinem Kopf und will heraus. Entweder ich verprügele Leute oder ich schreibe Songs. Also habe ich mich für Letzteres entschieden.
Es hilft mir, meinen Ärger und meinen Schmerz loszuwerden.“ ?Wir summen mit, werfen die Köpfe in den Nacken und werden selig lächeln. Diese Band hat heilende Wirkung.


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