17. Nov 2018 LOrfeo
Claudio Monteverdis »Orfeo« gilt als ein Meisterwerk europäischer Musikgeschichte und genießt den Ruf, die erste Oper der Musikgeschichte zu sein – sicher ist seine Vertonung des Mythos um Orpheus und Eurydike die erste, heute erhaltene »Favola in musica«, die mit der Uraufführung 1607 erstmals Instrumentalmusik, Gesang, Tanz und Bühne als eine Einheit verstand.
Für Sasha Waltz laufen in »Orfeo« verschiedene Stränge vorangegangener Kreationen zusammen, verbinden sich Solisten aus ihren Bearbeitungen zeitgenössischer Werke mit den Akteuren der Alten Musik. Ihre Version von Henry Purcells Barockoper »Dido & Aeneas« wurde 2004 zum Beginn eines neuen Kapitels ihrer künstlerischen Arbeit. Sie erweiterte die Mittel des Musiktheaters um die theatralen Ansätze des Tanzes und schuf eine für die Oper neuartige Verschmelzung von Tanz, Gesang und Musik: die choreographische Oper. In der Auseinandersetzung mit den Kompositionen »Medea« (Dusapin, 2007), »Roméo & Juliette« (Berlioz, 2007), »Passion« (Dusapin, 2010) und »Matsukaze« (Hosokawa, 2011) entwickelte sie dieses Genre kontinuierlich weiter. Mit »LOrfeo« knüpfte Sasha Waltz am barocken Ursprung an und integrierte sowohl den Chor und die Solisten in die Bewegungen, als auch die Tänzer in das musikalische Geschehen.


Staatsoper Unter den Linden
Unter den Linden 7
10117 Berlin