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11 March 2018 Ungefähr Gleich
Fu¨nf Glu¨ckssuchende in einer durchökonomisierten Welt: Andrej bewirbt sich vergeblich um eine erste Stelle. Martina möchte ihren tristen Kioskjob hinwerfen und als Selbstversorgerin leben. Ihr Freund Mani, ein erfolgloser Wirtschaftswissenschaftler, träumt davon, das System von innen zu verändern (und von einer Festanstellung). Freja ist entlassen worden und stößt ihre Nachfolgerin vors Auto. Peter ist obdachlos und raus aus allem, aber ist er damit auch frei von den Regeln des Marktes? In kurzen Szenen erzählt Jonas Hassen Khemiri vom Hoffen und Scheitern in einer sich stets selbst optimierenden neoliberalen Gesellschaft, verknu¨pft Lebensgeschichten mit Wirtschaftstheorien und entwirft Figuren, die zwischen Ohnmacht und Selbstu¨berschätzung, Verdrängung und bitterer Erkenntnis wandeln. Sein Text ist eine temporeiche Versuchsanordnung, auch u¨ber das Theater. In einem System, das nicht davor haltmacht, sogar Erlebnisse zu quantifizieren: Wie viel ist er wert, ein Theaterabend?

Jonas Hassen Khemiri, geboren 1978 in Stockholm, gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen Autoren Schwedens. Sein Romandebu¨t »Das Kamel ohne Höcker« wurde mehrfach ausgezeichnet. Sein erstes Stu¨ck »Invasion!« wurde 2006 in Stockholm uraufgefu¨hrt und in weiten Teilen Europas gespielt. Fu¨r seinen ju¨ngsten Roman »Alles, woran ich mich nicht erinnere« erhielt er 2015 den August-Preis, den wichtigsten Literaturpreis Schwedens.

Von: Jonas Hassen Khemiri
Regie: Mina Salehpour
Bühne: Andrea Wagner
Kostüme: Maria Anderski
Dramaturgie: Bettina Ehrlich

Mit: Bernardo Arias Porras, Iris Becher, Renato Schuch, Alina Stiegler
Schaubühne Studio
Kurfürstendamm 153
10709 Berlin