09. Dez 2018 Ursel
Ursel
von Guy Krneta, aus dem Berner Deutsch von Uwe Dethier

URSEL, ein Theaterstück des Schweizer Autors Guy Krneta, ist die Geschichte eines Mädchens, das durch ihren Witz und eine wunderbare Idee die Traurigkeit ihrer Eltern vertreiben kann.

Die kleine Ursel hat ihren Bruder Urs nie kennen gelernt: Er starb mit drei Jahren, noch vor Ursels Geburt. Doch die Eltern können ihn nicht vergessen. Jeden Morgen steht sein Teller auf dem Frühstückstisch, jeden Sonntag geht die Familie an sein Grab. Ursel will endlich auch wahrgenommen werden – schließlich lebt sie jetzt! So entwickelt sie eine Idee zu ihrer eigenen großartigen Show, mit der sie alle Herzen – besonders die ihrer Eltern – gewinnen will. Das Ende ist hell und zuversichtlich: Die Trauer hatte ihre Zeit und die Eltern haben verstanden, dass Urs’ Teller ab jetzt im Schrank bleibt.

Kinder beschäftigen sich mit dem Tod meist viel unvoreingenommener als Erwachsene: Sie betrachten Gräber, entziffern Inschriften und rechnen nach, wie alt der Verstorbene geworden ist. Sie lesen Todesanzeigen, möchten ein totes Tier genau untersuchen, den Friedhof besuchen, den Sarg berühren und Beerdigungen miterleben. Sie fragen, warum die alte Großtante am Grab ihres Bruders nicht geweint hat und warum alle Trauergäste eine Schippe voll Erde auf den Sarg geworfen haben.

In einer mitreißenden Inszenierung steppt, singt und spielt Elisabeth Heckel Ursels große Show für das Leben.

Regie: Kay Wuschek


Theater an der Parkaue - Bühne 3
Parkaue 29
10367 Berlin